Eine Spende für das HoH

Im Rahmen eines Programms zur Stärkung der Widerstandskraft gefährdeter Frauen vertraten Aminata Ndong und Thioro Sow das House of Hope (Dakar/Senegal) am 18. Juni 2020 bei der Spendenzeremonie im Ministerium für Frauen, Familie, Geschlecht und Kinderschutz. Die Spenden werden schutzbedürftigen Klient*innen des House of Hope zugutekommen.

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House of Hope in collaboration with the Ministry of Women, Child Welfare and Solidarity provided supplies (rice, oil, cereals, soap, masks and hand sanitizers) to women who attended psychotherapeutic sessions until the end. This gesture is part of the Ministry’s support for women from vulnerable groups.

Rapport sur le Covid-19 des superviseurs congolais

un mot général

L’annonce de la maladie suscite plusieurs sentiments et émotions dont la peur, le souci, Il s’ajoute progressivement le désespoir, la colère et la tristesse tant que les réalisations au programme restent paralysées. La peur et l’inquiétude règnent en maitres et envahissaient la pensée tant que la maladie continue á ravager l’humanité même chez les puissances américaines et occidentales qu’on croyait disposer de services qualifiés et ressources spécifiques.

Das Bekanntwerden der Krankheit löste vielerlei Gefühle und Emotionen aus. Zu Angst und Sorge gesellten sich allmählich Verzweiflung, Wut und Traurigkeit ob der Tatsache, dass all unsere Aktivitäten im Projekt plötzlich zum Stillstand kamen. Angst und Unsicherheit sind allgegenwärtig. Sie dringen in dem Maße in das Denken der Menschen ein, in dem sich die Krankheit ausbreitet. Selbst die westlichen und amerikanischen Mächte können sich ihrem Einfluss nicht entziehen. Auch dort stockt das Leben. In einem Teil der Welt, von dem man glaubte, er sei mit qualifizierterem Personal und mehr Ressourcen ausgestattet, war man nicht auf eine solche Pandemie vorbereitet.

Les presses locales, nationales, internationales donnent des informations sur l’évolution de la maladie, et le rapportage de cas de contaminés, de décès impressionnent et augmentent le niveau de peur d’être contaminés ou de mourir.

Lokale, nationale und internationale Presse informieren über die Entwicklung der Krankheit. Die große Zahl von Infizierten und Todesfällen ist erschreckend und beeindruckend zugleich. Die Angst, selbst infiziert zu sein oder zu sterben ist ein stetiger Begleiter.

Pour nous, les congolais venus en mission, le pessimiste plane, en plus de la peur liée á la maladie s’ajoutent le souci de ne pas finir la mission et l’incertitude de retour étant donné la fermeture des aéroports comme mesure de prévention.

Auf uns als Kongoles*innen auf Dienstreise lasten all diese Informationen schwer, denn zusätzlich zur Angst vor der Krankheit kommt die Sorge, dass wir unseren Auftrag hier in Dakar nicht beenden können. Auch ist es unsicher, wann wir in unsere Heimat zurückkehren können – die Flughäfen sind präventiv geschlossen worden.

Le durcissement conditionnel des mesures par le confinement et ses exigences accroit les inquiétudes.La question de quarantaine au retour reste aussi une préoccupation sans réponse claire comment ça va se dérouler au retour.

Die Verschärfung der Maßnahmen durch eine Ausgangssperre erhöht die Besorgnis. Die Frage der Quarantäne bei einer etwaigen Rückkehr nach Kongo ist bisher ungeklärt. Keiner weiß, wie sich alles bis zu unserer Heimreise entwickelt.

Das Haus of Hope in Zeiten von Corona III

Dakar, 28.04.2020

Die Arbeit geht mit Einschränkungen weiter:

  1. Der Flugverkehr von und nach Senegal ist seit dem 20. März 2020 eingestellt (Ausnahme: Frachtflüge, Flüge mit Sondergenehmigung), was dazu führt, dass die Trainer*innen der Universität Konstanz nicht wie geplant im House of Hope präsent sein können.
  2. Unsere Student*innen führen die Therapien derzeit selbstständig durch. Zu ihren Klient*innen zählen v. a. Rückkehrer*innen aus Deutschland, doch auch IDPs (Binnenflüchtlinge) werden von ihnen behandelt. 
  3. Wegen der in Dakar geltenden Transporteinschränkungen werden Klient*innen teilweise mit dem Auto an Sammelpunkten abgeholt.
  4. Das House of Hope ist täglich geöffnet und eine Ansprechperson zugegen. Die Student*innen und Mitarbeiter*innen achten streng darauf, dass nicht zu viele Menschen gleichzeitig vor Ort sind. Mittagsessen wird z. Zt. keines ausgegeben.
  5. Aufgrund der inner-regionalen Grenzschließungen ist es nicht möglich, unsere Zusammenarbeit mit CAPREC in Thies aufzunehmen bzw. fortzusetzen. 
  6. Unsere Projektleiterin Priska Löhr dirigiert die Arbeit im House of Hope derzeit von Gambia aus. In ihrer Abwesenheit wird deutlich, wie selbstständig das Team im House of Hope geworden ist – die Student*innen und Mitarbeiter*innen sind in der Lage, das Projekt eigenständig zu verwalten und zu organisieren. Unser angestrebtes Ziel des Empowerments scheint also zu gelingen.

Es gibt rege Aktivitäten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit:

  1. Es soll eine eigene Website für das House of Hope entstehen – zwei unserer Studenten befassen sich derzeit mit deren Erstellung.
  2. In den vergangenen Monaten ist ein französischer Dokumentarfilm über das House of Hope entstanden. Aktuell arbeiten wir daran, diesen mit englischen Untertiteln zu versehen.
  3. Der Blog füllt sich nach und nach mit Erfolgsgeschichten von Klient*innen, Erfahrungsberichten der Trainer*innen, Status-Quo-Berichten, Kommentaren, Mitarbeiterporträts und und und…

Eindrücke aus einer Woche Supervision im House of Hope

Klaus Hoffmann, 22.04.2020

Supervisor Klaus Hoffmann gemeinsam mit den kongolesischen Trainer*innen und einigen Student*innen des House of Hope

Corona-bedingt konnte ich nur vom 12.03.2020 bis zum 17.03.2020 im House of Hope (HoH) in Dakar/Senegal arbeiten; ursprünglich war ein mehrwöchiger Einsatz vor Ort geplant gewesen. Als langjähriger (1997 – 2020) Medizinischer Direktor der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie im Zentrum für Psychiatrie (ZfP) Reichenau, apl.-Professor im Fachbereich Psychologie der Universität Konstanz, Einzel- und Gruppenlehranalytiker wurde ich für Supervisionsaufgaben dort ausgewählt. Ich war mehrere Jahre in Botswana tätig, nehme seit den 1990er Jahren Lehraufträge in transkultureller Psychiatrie und Psychotherapie wahr, habilitierte zu einem transkulturellen Thema und spreche fließend Französisch und Englisch.

Neue Kooperationen

CAPREC (Centre Africain pour la Prévention et Resolution des Conflits) in Thies

Unsere Kontakte zum Traumabehandlungszentrum CAPREC in Thies bestehen seit 2008. Ursprünglich planten wir, die NGO zusammen mit RADDHO als zweiten lokalen Partner im Projekt aufzunehmen. Während der Vorbereitungen überlegten wir sogar, das House of Hope in Thies anzusiedeln. Eine Verkettung unglücklicher Umstände verhinderte damals unsere Zusammenarbeit.

CAPREC wurde vom ehemaligen Justiz-, jetzigen Verteidigungsminister Senegals im Jahr 2001 gegründet; die NGO erhält UN-Gelder und andere internationale Mittel. Sie arbeiten mit Folteropfern und IDPs; traumatisierte Flüchtlinge, die von RADDHO und anderen Organisationen rechtlich betreut sind, werden seit vielen Jahren zu CAPREC geschickt. Auf internationalen Plattformen wird CAPREC als einer der wenigen solcher Behandlungszentren in Afrika genannt. Eine ihrer Methoden deckt sich exakt mit NET.

Ihr früherer leitender Therapeut, Dr. Djakhate, ist inzwischen UN-Berater für Folteropfer.

Im November 2019 nahmen wir über RADDHO eine Verbindung mit CAPREC auf und statteten ihnen bald darauf einen Besuch ab.

Ende Februar unterzeichneten wir die Vereinbarung für eine konkrete Kooperation. Zwei unserer Counsellor werden ein- bis zweimal pro Woche nach Thies fahren.

CAPREC hat durch seine langjährige Arbeit in Thies viele Verbindungen in den Communities aufgebaut; in jeder Region in und um Thies herum sind CAPREC-Vermittlungspersonen unterwegs, die in Kontakt zur lokalen Bevölkerung stehen. Ad hoc können sie uns darum zehn Rückkehrer*innen zur Diagnostik weiterleiten, sowie sechzig Flüchtlinge aus ihrem eigenen Kontingent. Unsere Counsellor werden in den nächsten Wochen die Diagnostik durchführen und im Fall von PTBS Therapien beginnen.

Ihre engen Netzwerke innerhalb der Bevölkerung in Thies werden uns jetzt auch die Türen für NetFacts öffnen. Dieser spezielle NET-Teil nimmt die Familie und das Umfeld des Patienten mit in den Fokus, um Brücken zu bilden und so mehr Verständnis und Akzeptanz zu erwirken. Insbesondere bei Rückkehrer*innen ist dies von elementarer Bedeutung.

Falls das Projekt über August hinaus verlängert werden darf, würden wir mit CAPREC einen Untervertrag schließen.

Das House of Hope in Zeiten von Corona II

Wie funktioniert soziale Distanz in Afrika?

Die Regierungen folgen im Großen und Ganzen den europäischen Vorbildern, was bedeutet, dass

  • Versammlungen, Veranstaltungen und Feste verboten sind
  • Schulen, Moscheen und Kirchen schließen
  • Besuche eingeschränkt werden
  • Büros keine Klient*innen mehr empfangen und
  • Menschen nur noch in Abstand miteinander verkehren sollen.

Überall an den Hauseingängen stehen Eimer zum Händewaschen und Desinfektionsgel, in den Medien werden Anweisungen über richtiges Verhalten kundgetan. Doch das Problem sind die Märkte und die schier zahllosen Stände entlang der Straßen.

Da sich die Wenigsten in einer sicheren Anstellung befinden und Fabriken praktisch nicht vorhanden sind, überleben die Menschen in Senegal mittels Handel und Dienstleistungen, meist als Kommissionär*in. Man geht aus dem Haus, man muss aus dem Haus gehen, um zu überleben. Auf Anordnung der Regierung wurden alle Nicht-Lebensmittel-Läden geschlossen. Einige Tage hielten sich die Menschen daran, dann auf einen Schlag waren plötzlich alle Geschäfte wieder offen.

Das House of Hope in Zeiten von Corona I

Stillstand und Wiederaufnahme

Mitten im Hochflug erwischte uns Corona. Wir hatten gerade das außerordentliche Glück, vier sehr erfahrene Trainer aus Kongo bei uns zu haben, die den Studenten im innerafrikanischen kulturellen Kontext eine Menge mehr an Kompetenz beibrachten. Außerdem war ein pensionierter, afrika-erfahrener Forensiker für zehn Tage zu Gast, der nur einen Tag zum Einleben benötigte und dann viele gute Impulse setzte.

Doch dann verschärfte sich die Stimmung im Land und Corona übernahm das Zepter.

Die vier Kongoles*innen boten Supervisionen nur noch vom Hotel aus an. Schließlich wurde in einer Konferenz einstimmig beschlossen, die Arbeit niederzulegen. Es wurde still im House of Hope...

Der Kursraum im 2. OG: hier finden üblicherweise die Trainings statt – aufgrund von Corona ist der Raum verwaist.