Unser „House of Hope“

Unsere Suche nach einem für unser Projekt geeigneten Mietobjekt vor Ort in Dakar begann im September 2018. Bereits in Deutschland hatten wir online-Anzeigen gesichtet, um uns ein Bild vom lokalen Immobilienmarkt zu machen. Wie sich bald herausstellte waren die dort angegebenen Preise völlig unrealistisch – v. a. für Ausländer – und die auf den Fotografien abgebildeten Gebäude meist nicht die tatsächlichen Mietobjekte.

Dass wir uns noch nicht ganz klar darüber waren, ob wir ein gesamtes Haus mit Schlafmöglichkeiten für die Mitarbeiter*innen aus Karlsruhe und die Trainer*innen aus Konstanz oder aber lediglich ein reines Büro mit Verwaltungs- und Therapieräumen anmieten sollten, erschwerte die Suche zusätzlich. Ebenso wie die Tatsache, dass in der praktisch rein informellen Gesellschaft Senegals sämtliche geschäftliche Transaktionen über Provisionsagenten (Privatpersonen) laufen.

Nachdem wir endlich einen vertrauenswürdigen Agenten gefunden hatten, übermittelten wir ihm unsere Preisvorstellungen (2000-2500€/Monat), Informationen zur gewünschten Größe (wir hatten uns für erstere Option entschieden) und den bevorzugten (besseren bzw. sichereren) Vierteln Dakars. Die Antwort kam prompt: unsere Vorstellungen seien vollkommen unrealistisch, es würde uns ein Vielfaches von dem kosten, was wir bereit waren zu zahlen bzw. zahlen konnten. Der Grund: es handelt sich um ein Projekt, ein ausländisches, von der GIZ gefördertes Projekt.

Dennoch wollten wir es auf einen Versuch ankommen lassen. In den folgenden Wochen fanden etwa dreißig Besichtigungen und 60-70 Telefonate mit potenziellen Vermietern statt. Die Prognose unseres Agenten schien sich schon zu bestätigen – der Preis schoss jedes Mal sprunghaft in die Höhe, wenn die „Makler*innen“ von unseren Absichten das Haus als Projektstandort zu nutzen erfuhren -, da stießen wir durch Zufall doch noch auf ein geeignetes Objekt zu einem annehmbaren Preis.

Angeboten wurde uns ein dreistöckiges, leerstehendes Haus in Mermoz – einer der besten Gegenden Dakars unweit vom Meer. Mit insgesamt zwölf Räumen unterschiedlicher Größe, z. T. mit Bad, je drei Küchen und Gästetoiletten, einem Innenhof und einer großen Dachterrasse war es wie gemacht für unsere Zwecke.

Der Mietvertrag wurde unterschrieben, Hände geschüttelt und die Ausstattung unseres „House of Hope“ konnte beginnen.

Ein Container voll nützlicher Dinge

Bevor wir mit den Trainings im House of Hope beginnen konnten, musste das leerstehende Gebäude zunächst eingerichtet werden. Dadurch verschob sich der geplante Trainingsbeginn von November 2018 auf Januar 2019.

Da sich eine Ausstattung des Hauses von Deutschland aus bzw. mit deutschen Materialien als finanziell sehr viel günstiger für uns erwies, riefen wir im Oktober 2018 eine große Spendenaktion ins Leben. Innerhalb weniger Wochen hatten wir eine komplette Hauseinrichtung beisammen, zu der u.a. Sofas, Schränke, Stühle und Tische sowie 25 gebrauchte Laptops gehörten. Das fehlende Material – Küchenutensilien, Badeinrichtung und Büromaterialien – erwarben wir bei IKEA bzw. im Großhandel (Metro).

All dies – inklusive Minivan – wurde in einen 40 ft HC-Container gepackt und mit dem Schifffahrtskontor Stolzenberg von Hamburg aus nach Dakar verschifft.

Ein Mini-Van für’s „House of Hope“

Bereits im Vorfeld des Projekts hatten wir uns ausführlich über die Transportmöglichkeiten in und um Dakar informiert. Flexibilität war für uns besonders wichtig und ließ sich am ehesten mit einem eigenen Fahrzeug realisieren.

Wie es der Zufall wollte, plante ein Bekannter aus Gambia in Deutschland einen Bus zu kaufen und nach Afrika zu überführen. Nach einem langen Gespräch erklärte er sich dazu bereit, uns das Auto für den Projektzeitraum (vorerst bis Ende August 2020) und einen vergleichsweise geringen Betrag zu überlassen. Auch gegen eine Beschriftung des Fahrzeugs hatte er nichts einzuwenden.

In den ersten Monaten kam der Bus hauptsächlich für Fahrten administrativer Belange (u. a. für die NGO-Registrierung in Senegal – langwierig und kompliziert) zum Einsatz. Auch bei Transporten von sperrigen Gegenständen, beim wöchentlichen Großeinkauf auf dem Markt und den Transferfahren vom und zum Flughafen außerhalb von Dakar erwies sich der Besitz eines eigenen Minivans als unschätzbar wertvoll.

Mittlerweile wird das Fahrzeug fast ausschließlich für dienstliche Fahrten der Student*innen innerhalb von Dakar und insbesondere an Orte außerhalb der Stadt genutzt. Auf diese Weise ist es uns möglich, Klient*innen auch an ihren Wohnorten aufzusuchen. Anfangs fuhren wir zwei- bis dreimal pro Woche nach Kayar/Bayakh (50 km von Dakar entfernt), um unsere Beziehungen zu einer dort ansässigen Rückkehrer*innengruppe zu intensivieren.

Seit Anfang des Jahres besteht zudem eine enge Kooperation mit dem Traumazentrum CAPREC in Thies (70 km entfernt), das seit vielen Jahren die therapeutische Anlaufstelle für alle Organisation Dakars im Migrationsbereich ist. Das Zentrum besitzt ein eigenes Grundstück und stellt uns für Therapiesitzungen einen eigenen Raum zur Verfügung.