Das House of Hope in Zeiten von Corona II

In Senegal gibt es aktuell 226 Infizierte. Man hat Seuchenerfahrung, Cholera, Aids; auch wenn Ebola in der Gegend keine Opfer forderte, war man vom Kontinent her stark betroffen, Malaria kann Lebensgefahr bedeuten, und überhaupt ist das afrikanische Leben von Beginn an, nicht zuletzt durch die schlechte Gesundheitsversorgung, ein Kampf ums Überleben.

Corona ist das Hauptthema. Aber nicht nur voller Angst und Sorge, sondern gleichzeitig mit umwerfendem Humor. Man grüßt sich mit Füßen und Ellbogen, begleitet von herzerfrischendem Gelächter.

Zur Gelassenheit tragen gewiss auch die (noch) vergleichsweise niedrigen Zahlen bei. Wird Afrika von Corona vergessen, umgangen, übersehen? Warum ausgerechnet Afrika? Eins der vielen Rätsel von Corona.

Eben lese ich, was Felwine Sarr in einer Kolumne der Süddeutschen schreibt: „Afrika ist der Kontinent, der am wenigsten betroffen ist, weil er am wenigsten Teil hat an der globalen Mobilität. Dieses Mal kommt die Epidemie nicht von hier. Trotzdem verlangt die WHO, der Kontinent müsse aufwachen und sich für das Schlimmste wappnen, und Antonio Guterres, der UN-Generalsekretär, erklärt, es werde hier Millionen Tote geben. …Afrika, das ist eine imaginäre Wirklichkeit. Dass die meisten afrikanischen Länder sehr früh teils drastische Maßnahmen ergriffen haben, während manche europäischen Länder schliefen, spielt keine Rolle. Man sagt uns das Schlimmste voraus. Es ist Afrika! Unvorstellbar, dass der Kontinent glimpflich davonkäme. Man vergisst dabei, dass Afrika eine lange Erfahrung mit Infektionskrankheiten hat. Und eine größere Belastbarkeit Schocks gegenüber. Wir sprechen uns nach der Krise!“

Immerhin werden viele strenge Maßnahmen eingeführt, v.a. die Grenzen schlossen sich rasend schnell. Digital kann nur wenig aufgefangen werden, im Wesentlichen ist afrikanisches Leben auf den persönlichen Kontakt angewiesen. Die ungefähre Angleichung der Restriktionen an europäische Verhältnisse bringt jedoch Gelder von der WHO mit sich und von Hilfsgeldern lebt der ganze Kontinent, abgesehen von Überweisungen seiner Exilkinder.

Priska Löhr, Projektleitung

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