Der Traum: ein eigenes Restaurant

Bereits in jungen Jahren wurde Kadias Leben infolge der gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen hellhäutigen Mauren und Schwarzafrikanern (1989) aus den Fugen gerissen. Als Kind dunkelhäutiger Eltern, fand sie sich nach Ende der rassistisch motivierten Unruhen mitsamt ihrer Familie (Vater, Mutter und zwei Schwestern) in einem Militärlager in Nouakchott wieder.

Es war als Folge des senegalesisch-mauretanischen Konflikts entstanden und beherbergte vornehmlich Mauretanier*innen und Senegales*innen dunkler Hautfarbe. Die Zustände waren katastrophal, die Gefangenen wurden misshandelt, gefoltert und vergewaltigt. So auch Kadia und ihre Familie. Die junge Frau war Augenzeugin der Schändung ihrer Eltern.

Ins Exil gezwungen fand sich die gesamte Familie später im mauretanischen Flüchtlingslager von Thies wider. Kurz nach der Ankunft in Senegal starben zunächst der Vater und nur einen Monat darauf die Mutter. Auch die beiden jüngeren Geschwister verschwanden.

Verwaist und allein ihrem Schicksal überlassen, verbrachte Kadia die folgenden Jahrzehnte unter äußerst schwierigen Bedingungen in Thies und später in Dakar.

Bei ihrer Ankunft im House of Hope (der Kontakt kam über RADDHO zustande), litt sie unter einer posttraumatischen Belastungsstörung und Angstzuständen. Sie vermied jeglichen Kontakt mit hellhäutigen Mauretanier*innen.

Inzwischen geht es ihr deutlich besser, sie hat sich selbst wieder unter Kontrolle und nimmt mit bewundernswertem Engagement an ihren Therapiesitzungen teil.

Kadia hat es – trotz der immer noch widrigen Lebensbedingungen – geschafft, mit ein paar kleinen Ersparnissen eine Ausbildung in einer Konditorei und als Köchin zu absolvieren. Zur Zeit bemüht sie sich darum, mit einem kleinen Straßenstand genügend Geld anzusparen, um ein eigenes Restaurant eröffnen zu können.

Das House of Hope unterstützt sie mit staatlicher Hilfe zusätzlich mit einem Zuschuss für Grundnahrungsmittel sowie Hygieneprodukten zum Schutz vor COVID19 (Eine Spende für das House of Hope).

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